Aus- und Weiterbildungen
Neben meiner praktischen Arbeit, die rund 80 % meiner Tätigkeit ausmacht, ist es mir ein großes Anliegen, Kolleg:innen aus der Physiotherapie und angrenzenden Professionen in ihrer lymphologischen und palliativen Tätigkeit zu unterstützen.
Kurse & Qualifizierung – Lernen im Dialog
Gerade weil die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) im Praxisalltag heute oft nur noch auf die Manuelle Lymphdrainage (MLD) reduziert sichtbar ist, möchte ich dazu beitragen, ihr gesamtes therapeutisches Potenzial lebendig zu halten – und, wo nötig, auch wieder in den Mittelpunkt zurückzuholen.
Die Brücken zur Verordnungsfähigkeit sind gebaut – jetzt gilt es, sie aktiv zu nutzen. Und zwar nicht isoliert, sondern im Bewusstsein eines solidarischen Gesundheitssystems, das durch Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und fachlichen Austausch trägt.
Mich inspiriert Jane Goodalls Gedanke: „Wenn man sich um das Individuum kümmert, rettet man am Ende die Art.“
Übertragen auf den Menschen bedeutet dies: Die Menschlichkeit unseres Gesundheitswesens zeigt sich nicht in seiner Effizienz, sondern in der Fürsorge für die einzelne Person.
In der palliativen Arbeit wird diese Haltung besonders sichtbar. Hier begegnen wir Menschen in existenziellen Lebensphasen – oft verletzt, erschöpft oder verunsichert – und doch zutiefst lebendig. Wenn wir ihnen mit Achtsamkeit, Respekt und fachlicher Kompetenz begegnen, entsteht jener Raum, in dem Heilung im umfassenden Sinn möglich wird.
Jane Goodalls Forschung erinnert uns daran, dass das Überleben einer Art beim einzelnen Wesen beginnt. Auch wir im Gesundheitswesen tragen Verantwortung dafür, wie wir mit dem einzelnen Menschen umgehen – mit Patient:innen, Zugehörigen und Kolleg:innen ebenso wie mit uns selbst.
In Zeiten von Überforderung, Bürokratie und sozialer Entfremdung ist die Rückbesinnung auf das Individuum ein Akt der Heilung – für Patient:innen, für Pflegende und Therapeut:innen und für das System, in dem wir wirken.
Meine Lehrtätigkeit ist getragen von dieser Überzeugung:
„Dass Mitgefühl, Achtsamkeit und Zeit für den einzelnen Menschen keine Zusatzleistungen sind – sondern der Kern professioneller, menschlicher und würdevoller Versorgung.“
Mit meinen Spezialisierungskursen in Onko-Lymphologie und physiotherapeutischem Wundmanagement lade ich zur kollegialen Weiterbildung und fachlichem Austausch ein. Dabei lege ich besonderen Wert auf die Schnittstelle von Pflege und Therapie: In der Versorgung von Patient:innen arbeiten beide Berufsgruppen oft Seite an Seite. Durch eine gemeinsame Sprache und ein abgestimmtes Vorgehen können wir Heilungsprozesse fördern und Belastungen spürbar reduzieren.
Im Palliativen Basiskurs für therapeutische Berufe (ELP) liegt mein Schwerpunkt darauf, diesen interdisziplinären Dialog zu stärken. Denn gute Palliative Care entsteht genau dort, wo Pflege und Therapie ihre Kompetenzen verbinden – zum Wohl der Patient:inne
„Wenn man sich um das Individuum kümmert, rettet man am Ende die Art.”
Jane Goodall
Jane Goodall (1934 – 2025)
- Jane Goodall wurde am 3. April 1934 in London geboren. Schon als Kind träumte sie davon, Tiere in Afrika zu beobachten.
- 1960 begann sie auf Anregung des Anthropologen Louis Leakey ihre bahnbrechende Feldforschung an Schimpansen im Gombe Stream Nationalpark in Tansania.
- Ihre Beobachtungen veränderten unser Verständnis vom Tier und vom Menschen:
- Schimpansen benutzen Werkzeuge, trauern, pflegen soziale Bindungen und zeigen Empathie – Eigenschaften, die bis dahin als „typisch menschlich“ galten.
- Goodall war eine der ersten, die Tieren Namen gaben und sie als fühlende Individuen anerkannten.
- Trotz anfänglicher Skepsis erhielt sie 1965 den Doktortitel der Universität Cambridge und gründete 1977 das Jane Goodall Institute.
- Mit „Roots & Shoots“ (1991) schuf sie ein weltweites Jugendnetzwerk, das Kinder und Erwachsene ermutigt, Verantwortung für Tiere, Menschen und Umwelt zu übernehmen.
- Im Laufe ihres Lebens wurde Jane Goodall zur UN-Friedensbotschafterin, zur Stimme des Mitgefühls und zur Mahnerin einer neuen Ethik im Umgang mit der Natur.
- Sie erhielt über 100 internationale Auszeichnungen, darunter den Kyoto-Preis, den Templeton-Preis und 2025 die Presidential Medal of Freedom der USA.
- Jane Goodall verstarb am 1. Oktober 2025 im Alter von 91 Jahren während einer Vortragsreise in Kalifornien.
- Bis zuletzt sprach sie von Hoffnung, Verantwortung und der Kraft jedes einzelnen Menschen, Wandel zu bewirken.
Vermächtnis
Jane Goodalls Lebenswerk steht für eine stille, aber entschiedene Revolution:
Sie hat gezeigt, dass wahre Wissenschaft Mitgefühl braucht – und dass jede Fürsorge beim Individuum beginnt.